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Roman Hutter

Sanierung Bauernhaus . Sempach

Roman Hutter . Sanierung Bauernhaus . Sempach afasia (1)

Roman Hutter Architektur . photos: © Markus Käch

Ursprung und Kern der Orts bildet die Kirche St. Martin, die ehemalige Mutterkirche von Sempach, errichtet um 1000 und erweitert im 13. Jahrhundert über den Ruinen eines römischen Gutshofes. Sie formt zusammen mit dem Beinhaus von 1575 und dem Kirchhof mit Mauern und ehemaligem Friedhof ein einzigartiges Sakralensemble. An der Verbindung des Kirchenbezirks mit der Strasse vom Sempach nach Beromünster bildete sich mit der Zeit eine kleine bäuerliche Siedlung mit hölzernen Wohnhäusern und grossen Scheunen. Leider wissen wir wenig über die Siedlungsgenese.

 

Für die letzten 135 Jahre geben uns Siegfriedatlas und Landeskarte immerhin Hinweise zur jüngeren Siedlungsentwicklung. Der Verbindungsweg zwischen Kirchenbezirk und der Strasse von Sempach – Beromünster, an welchem unser Gebäude liegt, wurde zwischen 1930 und 1970 begradigt. Die Südseite des Wegs erfuhr gewisse Veränderungen: eine grosse Scheune an der Mündung in die Strasse wurde abgebrochen, einzelne Bauten wurden ersetzt. Es fällt jedenfalls auf, dass auf dieser Wegseite die Dichte zwischen 1880 und 2010 nicht zu-, sondern eher abgenommen hat. Nördlich des Wegs blieb die Situation in den letzten gut 130 Jahren offensichtlich konstanter. Insbesondere sind die vier unmittelbar vor dem Kirchenbezirk aufgereihten Wohn- und Gewerbebauten, welche den reizvollen Auftakt zum Kirchenbezirk bilden (Nrn. 12/14, 18, 20 und 22), wenig verändert erhalten.»

Wohnhaus aus dem frühen 18. Jahrhundert | «Zweigeschossiger Holzständerbau auf massivem Sockelgeschoss und unter Satteldach. Das zur Strasse giebelständige zweiraumtiefe und zweiraumbreite Wohnhaus funktionierte vermutlich ursprünglich als Einparteienhaus. Seine First lag in etwa an der heutigen Stelle, so dass der eine Raum im Bereich der heutigen Nr. 14 und der andere im Bereich von Nr. 12 lag. Die Küche war auf der Rückseiten (Norden) angeordnet und nahm entweder die gesamte Gebäudebreite ein oder es war hier eine Küchenkammer ausgeschieden. Die Küche besass offenes Feuer, wie die Russrückstände auf den verbliebenen Hölzern bis heute belegen. Ob nur ein Funkenfang oder ein zum Raum offener Rauchabzug existierte, kann heute nicht mehr festgestellt werden. Der nur fragmentarisch erhaltene Bau lässt sich in Nr. 14 im Obergeschoss sowie im Keller beider Häuser feststellen.»
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