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MEILI, PETER

CASE STUDY STEEL HOUSE . Zürich

MEILI, PETER  . CASE STUDY STEEL HOUSE . Zürich (1)

MEILI, PETER . photos: © Georg Aerni

Der Stahlhausbau verharrt im Diktum vom Stahlbau als Skelettbau. In der langen Linie vom Chicago Frame über den Stahlskelettbau in der Weissenhofsiedlung bis zu den Bauten der Solothurner Schule bilden immer gewalzte Stahlprofile die konstruktiven Grundaxiome, wobei alle weiteren Anforderungen – das Trennen, Schützen, Dämmen etc. – durch andere Baustoffe übernommen werden mussten. Insbesondere im Wohnungsbau sind synergetische Profile – auf dem Zusammenwirken teils widersprüchlicher Anforderungen in den Wandaufbauten beruhend – eine Voraussetzung zur konstruktiven Durchsetzungsfähigkeit.
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Alle Anstrengungen in der vorliegenden Untersuchung gelten der Kooperation von linearen und flächigen Tragwerken aus Stahlprofilen und kaltgewalzten Stahlblechen, ein industrielles Halbfabrikat, das schon Fritz Leonhardt und Jean Prouvé zu Entwürfen von Leichtbauten provoziert hatte. Unsere Gemeinschaft der Techniker konzentriert alle Experimente auf diese neue Synergie, ungeachtet des Wissens der Anstrengungen der Technik, bei der – einen Grundsatz Nietzsches bei der Erklärung aller menschlicher Geschichte aufnehmend – „die Anstrengungen unendlich viel größer (sind) als der Ertrag.“

KONSTRUKTIONSBESCHREIBUNG TRAGWERK
Die Grundidee beruht darauf, die spezifischen Materialeigenschaften von Stahl und Stahlbeton in einem hybriden räumlichen Tragwerk nutzbar zu machen.

Das System von zwei Geschossdecken und den dazwischenliegenden Wohnungstrennwänden wird analog dem Prinzip von Stegdoppelplatten als Hybridkonstruktion, bestehend aus den Stahlverbunddecken als Platten und den Wohnungstrennwänden als wellenförmige Stahlblechstege, konstruiert. Mit diesem Konstruktionsprinzip kann die gesamte Gebäudetiefe stützenfrei überspannt werden. Das Geschoss zwischen zwei „Stegdoppelplatten“ kann ohne konstruktive Bindungen frei von Konstruktion geplant werden. Die wellenförmigen Wohnungstrennwände werden redundant aus zwei Blechwellen geplant. Der freie Zwischenraum steht für Schallschutz und als brandabschnittsbildende Konstruktion zur Verfügung. Im Brandfall wird eine Blechwand ausfallen, und die Standsicherheit muss durch eine einzelne Blechlage auf der brandabgewandten Seite gewährleistet werden. Deren Bemessung ist auf den Brandfall ausgelegt. Die Auslastung der Wohnungstrennwand ist damit sowohl für den normalen Belastungszustand wie auch für den Zustand während einem Brandereignis optimiert.

Für den Lastabtrag aus den Stegdoppelplatten werden an den Gebäudelängsseiten Rahmenträger geplant. Die Wohnungstrennwände leiten die Querkräfte in die Stiele der Rahmenträger ein. Durch das Rahmentragwerk zur Weiterleitung der vertikalen und horizontalen Lasten können große stützenfreie Bereiche zur Reduzierung der Kosten für die an diesem Ort notwendige Tiefgründung realisiert werden.
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ORT: Zürich

STUDIENAUFTRAG: 2017

BAUHERR: IKE Institut konstruktives Entwerfen der ZHAW, SZS und werk, bauen + wohnen

MEILI, PETER & PARTNER ARCHITEKTEN AG
AKTUELLES TEAM: Markus Peter, Patrick Rinderknecht, Alice Hucker

Roman Pfister, Raphael Jans, Andreas Haupolter, Michal Michalowski

BAUINGENIEUR: Drewes+Speth, Hannover

BAUPHYSIK/AKUSTIK: Amstein+Walthert, Zürich

BRANDSCHUTZINGENIEUR: Makiol Wiederkehr, Beinwil am Se

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