0

PEZ . wulfarchitekten

Innovationspark Biel . Bienne

PEZ . wulfarchitekten .  Innovationspark Biel .  Bienne (1)

Studio PEZ . wulfarchitekten . renders: © BRUTAL & Delikat

Competition. 2nd prize.
_

 
Die Leitidee des Entwurfs ist es, die verschiedenen Elemente des Gebäudes nach ihrer Lebensdauer zu trennen und somit unabhängig voneinander zu machen, denn ein Gebäude, das entwicklungsfähig sein will, muss sich mit der Zeit verändern können. Tragstruktur, Ausbau, Technik und Möblierung funktionieren als getrennte Systeme, und können flexibel auf Veränderungen reagieren, ohne sich gegenseitig durch unterschiedliche Lebenszeiten negativ zu beeinträchtigen, sich jedoch gleichwohl gegenseitig ergänzen.
 Tragstruktur - Jahrzehnte bis Jahrhundert
 Wie ein Regal, eine Infrastruktur, die bespielt werden will, bildet die Tragstruktur ein offenes Stützenraster, das die unterschiedlichsten Nutzungen aufnehmen kann. Robust und permanent ausgelegt, jedoch zurückhaltend, schafft die Tragstruktur einen Rahmen, in dem (fast) alles möglich ist. Damit bildet die Struktur den Ausdruck der Fassade, eines robusten und dynamischen Gebäudes.
 Ausbau - Jahre bis Jahrzehnte
 Mit dem Ausbau entscheidet sich die Nutzung. Je nach Programm ändert sich diese jedoch mehrmals innerhalb der Lebensdauer des Gebäudes. Innerhalb des permanenten Rahmens der Tragstruktur kann der Ausbau beliebig verändert werden uns somit flexibel auf Veränderungen in Zukunft reagieren. Ein enges Konstuktionsraster von ca. 0,70m erlaubt alle Möglichkeiten vom konventionellen Büroraster, über Labore bis zur Parkierung.
 Technik - Jahre bis Jahrzehnte
 Verteilt über 8 Erschliessungsschächte werden die Medien zentral und gut zugänglich auf alle Geschosse verteilt, und können so unabhängig vom Ausbau und ohne die Tragstruktur zu beeinträchtigen verändert, gewartet oder erneuert werden.
 Möblierung - Tage bis Jahre
 Mit der kürzesten Lebensdauer wurde die Möblierung wo möglich auch zur Raumaufteilung genutzt. Innovation und Kreativität erfordert einen Kontext, der dazu einlädt, neue Wege zu gehen, und somit auch eine Möblierung, die sich tagtäglich verändern lassen kann. Die Besprechungsräume haben unterschiedlichen Charakter und reichen von abgeschlossenen Räumen zum Konzentrieren ohne Ablenkung bis zu offenen Zonen, die auch als Teil der Kommunikationszonen benutzt werden können und so Synergien beim unerwarteten Zusammentreffen der Nutzer bewirken können.
 Volumetrie und Aussenraum
 Die Volumetrie folgt dem Masterplan und bildet im Stadtraum einen urbanen Platz zusammen mit der neu entstehenden Fachhochschule. Haupteingang und Terrasse sind zu diesem Platz orientiert. In kurzer Distanz, direkt vom öffentlichen Aussenraum verbindet ein Velo-Lift als zusätzliche Erschliessung zur öffentlichen Rampe - die für den Veloverkehr umgebaut wird - die unterirdischen Veloparkplätze mit dem Aussenraum. Auf der nord-westlichen Seite befindet sich die Anlieferung und die Einfahrt in die Werkhalle.
 Innere Organisation
 Als besonderer Moment grenzen Eingangsbereich und Ausstellung direkt an die Werkhalle. Hier zeigt sich von Anfang an, worum es im Gebäude geht, der Entwicklungsprozess der Unternehmermission steht im Vordergrund und ist auch für die Öffentlichkeit erlebbar. Gleichzeitig profitieren die Räume Public Zone von der räumlichen Grosszügigkeit der zweigeschossigen Werkhalle. Im Erdgeschoss entlang der Marcelin-Chipot-Strasse befinden sich die öffentlichen Nutzungen mit Auditorium, Ausstellung, Eingang und Bistro. Direkt angebunden breiten sich die öffentlichen Nutzungen ins 1. Obergeschoss aus, wo das Cafe, der Open-Innovation-Room und das FabLab um eine Loggia angeordnet sind, ein Aussenraum, der sich zum Platz hin orientiert. Das Fitnessstudio befindet sich ebenfalls im 1. Obergeschoss, mit eigenem Eingang zum Erschliessungskern. Auf der nord-westlichen Seite des Gebäudes befinden sich im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss die Werk- und Produktionsstätten mit direktem Anschluss an die Anlieferungszone.
 Im 2. und 3.Obergeschoss befinden sich die Büros und Labore mit kurzen Wegen zwischen den einzelnen Nutzungen. Eine mittlere Laborzone wird flankiert von offenen Bürobereichen entlang der Fassaden.
 Im 4. Obergeschoss, als unabhängige Einheit, befinden sich die Lehr und Mieteinheiten. Dort können auch innenliegende Räume durch Oberlichter natürlich belichtet werden.
 Eine für alle Mitarbeiter zugängliche Dachterrasse mit Laufbahn zum körperlichen Ausgleich umringt die technisch nötigen Aufbauten auf dem Dach und ermöglicht den Ausblick in die Umgebung und auf den See.
 Struktur, Fassade und Materialität
 Als robustes und permanentes Gerüst bildet die Struktur mit der längsten Lebensdauer nicht nur einen Rahmen, sondern bestimmt auch das Erscheinungsbild. Moderate Spannweiten versprechen ein effizientes Tragsystem. Unter der Werkhalle sind die Spannweiten aufgrund der hohen Nutzlast halbiert. Die Offenheit des Stützenrasters mit wenigen tragenden Wandscheiben - nur die Wände der Erschliessungskerne sind tragend - soll auch Ausdruck des Gebäudes sein, innen wie aussen. In der Fassade zeigt sich das Gebäude transparent und offen, wird durch die Unterschiedlichen Nutzungen belebt, und strahlt so Dynamik und Flexibilität aus. Im Inneren sollen die Räume roh, robust und nah am Rohbau orientiert sein. Werkstattcharakter und offene Raumeinteilung werden durch einfache Materialien komplettiert. Der aussenliegende Sonnenschutz unterstreicht als einfache Holzrollos den simplen Charakter des Fassade.
 Technik und Brandschutz
 Acht zentral angeordnete Technikschächte erschliessen zentral alle Geschosse gleichmässig, und verbinden den zentralen Technikraum im Untergeschoss mit einem grossen Technikraum auf dem Dach. Gut und direkt vom Erschliessungskern zugänglich kann die Technik einfach und ohne grossen Aufwand erneuert werden. Die horizontale Verteilung der Medien soll offen unter der Rohdecke geführt werden. Die zentral angeordneten Treppenhäuser funktionieren als zwei unabhängige Flucht- und Rettungswege und können von überall in unter 35m erreicht werden.Das Auditorium mit der grössten Personenbelegung pro Raum befindet sich im Erdgeschoss und kann direkt ins Freie entfluchtet werden.
 Nachhaltigkeit und Energiekonzept
 Mit grosser Kompaktheit und nach Lebensdauer getrennten Systemen verspricht das Gebäude auch längerfristig nachhaltig zu sein. Mit mechanischer Belüftung und Wärmerückgewinnung, jedoch optimaler Tageslichtnutzung und aussenliegendem, automatisch gesteuertem Sonnenschutz sowie optimaler Wärmedämmung wird der Energieverbrauch minimiert, um mindestens Minergie P zu erreichen. Als Anergiequelle soll das Seewasser genutzt werden, das direkt an die Grundstücksgrenze geliefert wird. Ausserdem soll das Dach mit Solarkollektoren bestückt werden für ein ausgewogenes und stimmiges Energiekonzept.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>